Ein rund 250 m² grosser Begegnungsraum im Untergeschoss einer Hotelanlage blieb lange ungenutzt. Der Grund war nicht die Qualität des Raumes, sondern fehlende Fluchtwege gemäss Brandschutzvorschriften.
Der Bau wurde 1986 von Rudolf Guyer und Esther Guyer realisiert. Er ist Teil eines vielseitigen Ensembles mit Parkanlage und historischer Villa, mit Blick auf den Bodensee. Die Anlage umfasst Hotel, Seminarbereiche, Gastronomie, Ausstellungsflächen sowie Wellness- und Spa-Nutzungen.
Bereits vor der Brandkatastrophe von Crans-Montana 2026 war klar: Ohne neue Fluchtwege kann der Raum nicht weiter betrieben werden.
Der Raum verfügt über hohe Qualität. Entlang der Südseite sorgen acht grosse Fenster mit Lichtschächten für überraschend viel Tageslicht im Untergeschoss.
Auch die Materialien überzeugen: ein hochwertiger Parkettboden sowie Holz verkleidete Betonstützen schaffen eine warme und einladende Atmosphäre.



Ziel des Umbaus war es, den Raum zu reaktivieren und das Hotelangebot zeitgemäss zu erweitern.
Entstanden ist ein Bereich für Entspannung, Bewegung und ganzheitliches Wohlbefinden mit folgenden Nutzungen:

Ein zentraler Bestandteil der Planung war die Umsetzung der Brandschutzanforderungen.
Zwei neue Fluchtwege wurden geschaffen. Dazu wurden bestehende Fenster angepasst und die Brüstungen teilweise abgesenkt. So konnten direkte Ausgänge über die Lichtschächte und neu integrierte Gartentreppen realisiert werden.
Die Holzpodeste im Innenraum erfüllen dabei eine doppelte Funktion: Sie dienen als Teil des Fluchtwegs und gleichzeitig als Sitzgelegenheiten.



Die Erschliessung wurde konsequent hindernisfrei geplant.
Höhendifferenzen werden durch einen dezent integrierten Treppenlift überwunden. Dadurch sind alle Bereiche komfortabel erreichbar.
Die bestehende WC-Anlage wurde zu einem IV-gerechten Sanitärraum umgebaut. Grosszügige Bewegungsflächen und angepasste Einbauten gewährleisten eine einfache und selbstständige Nutzung.
Im Zentrum des Projekts steht der Yogaraum. Raumhohe Spiegel, massgefertigte Holzregale und integrierte Sitznischen schaffen eine ruhige Atmosphäre.
Bestehende Materialien wurden bewusst erhalten und weiterverwendet. Dieser Ansatz reduziert Ressourcenverbrauch und stärkt die Identität des Bestands.
Indirekte Beleuchtung und gezielte Gestaltungselemente, wie ein hinterleuchtetes Ying-Yang-Symbol, unterstreichen die Raumwirkung zusätzlich.
Dieses Projekt zeigt exemplarisch, wie durch präzise Planung, kreative Lösungen und Respekt vor dem Bestand ein scheinbar verlorener Raum neues Leben erhält. Nachhaltigkeit, der sensible Umgang mit der bestehenden Bausubstanz und die Einbettung in den Kontext standen dabei ebenso im Fokus wie die Bedürfnisse der zukünftigen Nutzer.
Die gelungene Umsetzung überzeugt nicht nur funktional und gestalterisch, sondern auch im Detail – und trägt klar die Handschrift einer Architektin, die mit Weitsicht, Sorgfalt und einem feinen Gespür für Raumqualität gearbeitet hat.
| Fachgebiet | Umbau / Sanierung / Renovation / Architektur |
| Zusammenarbeit | Moreno Architektur GmbH |
| Status | Vorprojekt bis Baugesuch |
| Jahr | 2025 |