

Das eingeschossige Bungalow aus dem Baujahr 1970 befand sich weitgehend im Originalzustand. Besonders auffällig waren die bestehenden Fenster mit einem Datumstempel aus dem November 1969. Entsprechend ungenügend war ihre Dämmwirkung – die zweifach verglasten Fenster entsprachen energetisch längst nicht mehr dem heutigen Standard und führten zu erheblichen Wärmeverlusten.


Im Zuge der Teilsanierung wurde der Fensterersatz gezielt genutzt, um die Wohnqualität deutlich zu verbessern. Anstelle klassischer Fenster wurden moderne, dreifach verglaste Balkontüren eingebaut. Diese Lösung bringt nicht nur eine wesentlich bessere Wärmedämmung, sondern schafft auch einen direkten Zugang zum Garten von allen Schlafzimmern.
Der Umbau im Bestand zeigt hier exemplarisch, wie mit einer durchdachten Planung mehrere Vorteile gleichzeitig erzielt werden können: mehr Tageslicht, eine stärkere Verbindung zum Aussenraum und eine nachhaltige energetische Verbesserung.
Durch die neuen Türöffnungen mussten die bestehenden Heizkörper neu positioniert werden. Die Radiatoren wurden seitlich versetzt, was Anpassungen an den Heizungsleitungen erforderlich machte. Dafür wurde der Unterlagsboden teilweise geöffnet, um die Leitungsführung neu zu erstellen.
Diese Massnahme verdeutlicht, dass eine energetische Sanierung oft auch technische Anpassungen nach sich zieht – gleichzeitig bietet sie die Chance, bestehende Systeme zu optimieren und langfristig effizienter zu gestalten.


Im Zuge der baulichen Eingriffe wurde auch der Innenausbau verbessert. Die bestehenden Laminatböden wurden durch hochwertige Parkettböden ersetzt. Neben der optischen Aufwertung bietet Parkett eine deutlich höhere Langlebigkeit und trägt zu einem angenehmen Raumklima bei – ein wichtiger Aspekt bei der nachhaltigen Sanierung von Bestandsgebäuden.


Ein zentraler Bestandteil der energetischen Sanierung war die Verbesserung der Dachdämmung. Die bestehende 6 cm starke Glaswolle wurde entfernt und durch eine 22 cm dicke Schafswolledämmung ersetzt – eine ökologische und leistungsfähige Lösung.
Um Zugang zum Dachraum zu erhalten, wurde die Gipsdecke des kleinsten Raumes entfernt. Dies erwies sich als sinnvoll, da die übrigen Räume über gut erhaltene Holztäferdecken verfügten, die erhalten bleiben konnten.
Nach dem Rückbau wurde der Dachraum gereinigt und eine Dampfbremse fachgerecht verlegt und sorgfältig abgeklebt – insbesondere im Bereich der Dachbinder. Diese präzise Ausführung ist entscheidend, um Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden und die langfristige Wirkung der Dämmung sicherzustellen.




Im Rahmen der Teilsanierung wurde bewusst auf eine zusätzliche Dämmung der Aussenwände verzichtet. Auch wenn eine Fassadendämmung oft als optimale Lösung gilt, zeigt die Praxis im Bestand, dass diese Massnahme nicht immer wirtschaftlich oder konstruktiv sinnvoll ist.
Gerade bei älteren Gebäuden können durch nachträgliche Fassadendämmungen komplexe Wärmebrücken entstehen, deren Behebung mit grossem Aufwand verbunden ist. Kritische Details wie Anschlüsse bei Sockel, Dach oder Fensterlaibungen erfordern dabei eine sehr sorgfältige Planung und Ausführung.
Deshalb wurde der Fokus gezielt auf die Bereiche gelegt, in denen der grösste Wärmeverlust entsteht – nämlich Fenster, Türen und Dach. Diese Strategie ermöglicht eine effektive energetische Verbesserung bei gleichzeitig verhältnismässigem Aufwand und ist ein typisches Beispiel für einen sinnvollen Umbau im Bestand.
Auch der Aussenbereich wurde im Zuge der Sanierung aufgewertet. Der Dachvorsprung über dem Sitzplatz wurde zusätzlich gedämmt, um eine Überhitzung im Sommer zu vermeiden. Diese Massnahme zeigt Wirkung: Trotz südlicher Ausrichtung bleibt der Sitzplatz angenehm temperiert.


Ergänzend wurde eine Pergola vor den Schlafzimmern erstellt und mit Weinreben begrünt. Da der bestehende Dachvorsprung nicht die gesamte Fläche abdeckte, wurde dieser durch ein stilistisch abgestimmtes Glasdach ergänzt. Pergola und Glasdach bilden eine harmonische Einheit – sowohl konstruktiv als auch gestalterisch.

Diese Teilsanierung eines Bungalows aus den 1970er-Jahren zeigt, wie durch einen gezielten Umbau im Bestand sowohl die Energieeffizienz als auch die Wohnqualität nachhaltig verbessert werden können.
Ein Umbau im Bestand, der die Seele des Hauses bewahrt, die Wohnqualität nachhaltig verbessert und das grosse Potenzial einer durchdachten Sanierung eindrücklich aufzeigt – klug geplant, sorgfältig umgesetzt und in jeder Hinsicht ein voller Erfolg.
| Fachgebiet | Umbau und Sanierung / Renovation / Architektur |
| Status | realisiert |
| Jahr | 2021 |